BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

KREISVERBAND UCKERMARK

Millionenverluste und Ressourcenverschwendung: Templiner Stadtverordnete entscheiden gegen klimafreundliche Solarenergie trotz eigenen Grundsatzbeschlusses

PRESSEMITTEILUNG

Die Templiner Stadtverordneten haben in den vergangenen Monaten fast alle der bisher 10 gestellten Anträge zur Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen abgelehnt, trotz des erst 2024 verabschiedeten Grundsatzbeschlusses, auf den die Anträge ausgerichtet sind. Diese Entscheidung steht im deutlichen Widerspruch zu der vierjährigen intensiven Vorarbeit, die in den Grundsatzbeschluss investiert wurde, und führt zu erheblichen finanziellen Einbußen für die Stadt und ihre Ortsteile.
 
Die Erarbeitung des Grundsatzbeschlusses hatte die Stadt Templin bereits rund 15.000 Euro für juristische Beratung und Bürgerbeteiligungsveranstaltungen gekostet. Hinzu kamen zahlreiche Arbeitsstunden der Verwaltungsangestellten sowie das ehrenamtliche Engagement vieler Beteiligter. Trotz dieser umfangreichen Vorarbeiten wurden im Juni 2025 die ersten drei Anträge auf Aufstellung eines B-Plans in der SVV abgelehnt, sieben weitere Anträge, darunter auch zwei der bereits abgelehnten Anträge, erhielten im Oktober negative Voten in den Fachausschüssen. Eine endgültige Ablehnung dieser Anträge wird für die November-Sitzung der SVV erwartet.

Ariane Böttcher, Vorstandsmitglied von B90/Grüne Templin, kritisiert die aktuelle Situation, in die sich die Stadt gebracht hat: „Es geht nicht darum, jede der Anlagen blind zu genehmigen, jedoch blockiert der Widerspruch zwischen dem Grundsatzbeschluss und den dann doch mehrheitlich abgelehnten Anträgen, die Stadt in mehrfacher Hinsicht. Es ist anzunehmen, dass Investoren zukünftig einen Bogen um Templin machen, ortsansässige Landwirte um notwendige zusätzliche Einnahmequellen gebracht werden und der Stadt und ihren Ortsteilen wichtige Gelder entgehen, mit denen Projekte der kommunalen Infrastruktur gestaltet werden könnten. Sich mit der Bedeutung des Solar-Euro und den damit verbundenen erheblichen zusätzlichen Mitteln für die Stadt nicht auseinanderzusetzen, halte ich für verantwortungslos gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern.“

Durch den sogenannten Solar-Euro hätte die Stadt pro Megawatt installierter Leistung jährlich 2.000 Euro von den Betreibern der Anlagen erhalten. Bei den zehn beantragten PV-Anlagen wären das nach vorsichtigen Berechnungen jährlich 350.000 Euro gewesen – Gelder, die nun der Stadt und ihren Ortsteilen entgehen. Noch mehr Gewicht bekommt dieser finanzielle Hebel für die Stadt, vor allem auch durch die geplante Gesetzesänderung auf Landesebene, bei der die Sonderabgabe für Wind- und Photovoltaik-Freiflächenanlagen ab kommendem Jahr neu geregelt werden soll.
 
Birgit Bader, ehemalige Stadtverordnete, die an dem Grundsatzbeschluss mitgearbeitet hatte, ergänzt: "Vier Jahre lang haben wir intensiv an einem Konsens gearbeitet, der sowohl die Energiewende vorantreibt als auch die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Dass dieser mühsam erarbeitete Kompromiss nun einfach ignoriert wird, ist eine eklatante Verschwendung von Geld, Zeit und Energie. Die Ortsteile, die von den geplanten Anlagen profitiert hätten, werden nun ebenfalls leer ausgehen."

Stefan Rikken als Stadtverordneter und Mitglied des Ortsverbandes von B 90/ Grüne Templin betont dabei: „Die Ablehnung der Solaranlagen steht nicht nur im Widerspruch zum eigenen Grundsatzbeschluss der Stadt, sondern verhindert auch dringend benötigte Einnahmen. Als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung werde ich dazu fraktionsübergreifend ins Gespräch gehen, um in der Sache weiter voranzukommen.“

Die Templiner Grünen fordern die Stadtverordneten auf, ihrem eigenen Grundsatzbeschluss Geltung zu verschaffen.

Kontakt: ov-templin-vorstand@remove-this.gruene-um.de

 

 



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28.01. Leseabend: Lyrische Heilmittel aus den 1920ern/30ern

11.02. Buchclub: "Schwebende Lasten" von Annett Gröschner

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