Antisemitismus beim AfD-Kreisvorstand Uckermark - Schwache Ausrede blamiert Vorsitzenden und AfD-Landratskandidaten Teichner
Der bündnisgrüne Kreisverband Uckermark übt scharfe Kritik an AfD-Kreisvorsitzendem und Landtagsabgeordnetem Felix Teichner. Auf die Verbreitung eines antisemitischen Social-Media-Posts durch eine Vorstandskollegin reagiert Teichner nicht mit Konsequenzen, sondern – wie so oft bei der gesichert rechtextremen Partei – mit Ausreden.
„Wenn Teichner von einem ‚Versehen‘ spricht, erinnert das sehr an den zum Running-Gag gewordenen ‚Mausrutscher‘ seiner Parteifreundin Beatrix von Storch. Nur wird Instagram nicht mit der Maus bedient und bis ein Beitrag in der eigenen Story geteilt ist, braucht es mindestens drei gezielte Bewegungen mit der Fingerspitze. Und dass das dann mindestens 20 Stunden lang unbemerkt bleibt, ist schließlich nicht mehr nur unglaubwürdig, sondern als schlechte Schutzbehauptung schlicht peinlich“, erklärt Patrick Telligmann, Sprecher des Kreisverbands Uckermark von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
„Wer sich mit einem ‚Versehen‘ aus der Verantwortung stiehlt, zeigt: Er kann oder will nicht führen.“ Mit Blick auf Teichners Ambitionen erklärt Telligmann: „Wer im Ernstfall Ausflüchte statt Klarheit liefert, dem fehlt die nötige Amtsreife. Wer gravierende Vorfälle im eigenen Umfeld relativiert, offenbart Führungsschwäche und mangelndes Urteilsvermögen. Wer so reagiert, hat für das Landkreis-Spitzenamt nicht das nötige Format.“
Hintergrund:
Peggy Lindemann, Beisitzerin im Kreisvorstand der AfD Uckermark hat in ihrer Instagram-Story einen antisemitischen Beitrag des Accounts @independent.mom geteilt (Screenshot anbei.) Darin – mit Blick auf die Epstein-Files – suggeriert, dass Hitler mit seiner Propaganda (hier nur in Anführungszeichen) Recht gehabt hätte und Juden tatsächlich Kinderblut trinken würden. Hitler sei demnach nicht der Böse gewesen. Zudem wird unkritisch eine antisemitische Titelgeschichte des nationalsozialistischen Hetzblattes „Der Stürmer“ aus den 30er Jahren verbreitet. Felix Teichner, AfD-Vorstandsvorsitzender in der Uckermark und Kandidat für den Landratsposten hat sich dazu gegenüber dem Tagesspiegel geäußert: "Sie wusste nicht, was sie da postet, es war ein Versehen."

Screenshot des antisemitischen Beitrags des Instagram-Accounts @independent.mom
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